Diemut von Högl
Castellana von Hohensalzburg
(1145-1213)

„Leicht hatte ich es nie, gleich dreimal wurde ich zur Witwe! 
Ein schweres Schicksal, besonders wenn man wie ich als reichste
Frau im Erzstift Salzburg gilt. Mancher meiner Verehrer war dann wohl
mehr an meinem Vermögen interessiert als an meiner Person.
Doch als zuletzt der 20 Jahre jüngere Konrad um meine Hand
anhielt, war ihm klar: Für ihn gibt es nichts zu erben! 
Dafür hatte ich mit einem Vertrag gesorgt. – 
Also aufrichtige Liebe? Oder eher doch die Aussicht auf eine 
Gefolgschaft von 50 Rittern und auf das Amt des Castellan 
von Hohensalzburg? 
Wie auch immer – Ich erhörte ihn und er durfte mir schließlich 
den Ehering an den Finger stecken …“

(Diesen Text finden Sie im kleinen  Burghof der Festung Hohensalzburg bei der Spielestation „Diemut von Högl“)


Stand vor 800 Jahren in Ulrichshögl eine Burg? 

In Ulrichshögl lebte mein Vater „Heinrich von Högl“. Er war sehr wohlhabend und wurde im Volksmund auch „Heinrich der Überreiche“ genannt. In den Traditionsbüchern erschien er von 1139 - 1151 als Spitzenzeuge und zählte zu den engsten Beratern des Erzbischofs Konrad I. Nördlich der heutigen Kirche St. Ulrich errichtete er sich eine Burg. Abbruchsteine dieser Burg finden sich noch heute in der nördlichen Grenzmauer des Friedhofes.


Wie war das mit dem großen Besitz meines Vaters „Heinrich der Überreiche“?

Schon in den Jahren seines größten Einflusses (1. Hälfte des 12. Jahrhunderts) Diemuts Vater „Heinrich von Högl“ ein Erbschaftsversprechen abgelegt: Sollte er kinderlos bleiben, versprach er zum Wohle seiner Seele Anteile seines Besitzes an die Augustiner Chorherren des Domkapitels Salzburg, an die Benediktiner Mönche des Klosters St. Peter und an die Benediktinerinnen des Klosters Nonntal zu vererben. In diesem Vertrag wurde akribisch sein ganzer Besitz festgehalten und somit wissen wir noch heute, dass er z.B. 14 Weingärten am Högl, Streubesitz von Högl bis Seekirchen besaß und an der Salzquelle von Reichenhall beteiligt war.

Aber nach seiner Heirat mit Euphemia von Moosen im Jahre 1145 bekam Heinrich eine Tochter “Diemut von Högl“. Damit war nach seinem Tod im Jahre 1151 sein Erbschaftsversprechen hinfällig.


Warum durfte mein 4. Ehemann nach meinem Tod kein Erbe antreten?
Ganz einfach: Nach dem Tod ihres ersten Mannes (1159) heiratete Diemut den Burggrafen Megingod II. von Surberg (1163) mit dem sie bis zu seinem Tod am 3. Februar 1193 kinderlos blieb. In der Zwischenzeit erneuerte Diemut das Erbschaftsversprechen ihres Vaters „Heinrich von Högl“. Da sich auch aus ihrer 3. Ehe mit Wilhelm von Wonneberg, der 1196 starb, kein Kindersegen ergab und ihre 4. und letzte Ehe mit dem Burggrafen Konrad – Heirat im Jahr 1207 - ebenfalls kinderlos blieb, fiel ihr Erbe, nach ihrem Tod am 2.10.1213 und nach einem langjährigen Rechtsstreit schlussendlich an die Kirche.
Übrigens: Die Entscheidung über das rechtmäßige Erbe an den Klerus fiel am 26.4.1217 durch Papst Honorius III. 


Wie wurde ich zur Burggräfin (Castellana) der Festung Hohensalzburg? 
In einer Traditionsnotiz des Domkapitels wurde Diemut als Burggräfin zwischen 1193, also dem Jahr des Ablebens ihres 2. Ehemanns Megingod II. und 1196, dem Jahr des Ablebens ihres 3. Mannes Wilhelm von Wonneberg als Burggräfin benannt. 

(Quelle: Abhandlung „Diemut von Högl“ von John B. Freed, Illinois USA, Illinois State University in Normal, Illinois (1981), Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde)

Wo wird heute noch an mich erinnert? 

Außer hier im Wasserfall an der Ainringer Kugelmühle am Högl kann man bei einem Besuch an ihrer Wirkungsstätte auf der „Festung Hohensalzburg“ im Burghof die lebensgroße figürliche Darstellung Diemuts bestaunen.